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 Indizierung


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Eine Indizierung ist die Folge, wenn ein Medium von der BPjM geprüft und als jugendgefährdend eingestuft wird. Es wird dabei auf den sog. Index gesetzt, der sich in verschiedene Teile gliedert und Trägermedien und Telemedien unterscheidet.

Trägermedien BluRay, Video, DVD, Laser-Disk, Computer- und Videospiele, Bücher, Broschüren, Comics, Schallplatten, Musik-CDs
Telemedien Online-Angebote (Internetseiten), Rundfunk (Fernsehen, Radio)
 
Listenteil A
öffentlich *
Indizierte Trägermedien.
Listenteil B
öffentlich *
Indizierte Trägermedien, die nach Einschätzung der BPjM beschlagnahmt werden sollten.
Listenteil C
nicht öffentlich **
Indizierte Telemedien und bestimmte Trägermedien.
Listenteil D
nicht öffentlich **
Indizierte Telemedien und bestimmte Trägermedien, die nach Einschätzung der BPjM beschlagnahmt werden sollten.
Listenteil E
teilweise öffentlich ***
Indizierungen vor dem 1. April 2003 (sowohl Träger- als auch Telemedien).
(vor in Kraft treten des neuen JuSchG)
 
* öffentlich Indizierungen werden im Bundesanzeiger und in der Publikation BPjM-Aktuell bekannt gegeben.
** nicht öffentlich Indizierungen werden nicht bekannt gegeben, da eine solche Liste werbewirksam sein könnte.
*** teilweise öffentlich Ausnahme für den Listenteil E.
Indizierte Trägermedien werden in der Publikation BPjM-Aktuell bekannt gegeben, indizierte Telemedien (vor allem Internetseiten) werden nicht veröffentlicht.


Eine Indizierung ist kein Verbot (unterscheide: Beschlagnahmung), sondern ist mit der Einstufung "Keine Jugendfreigabe" (ab 18) von USK oder FSK zu vergleichen. An das betreffende Medium jeder, der nachweislich volljährig ist.

Jedoch ist eine Indizierung strenger als die Einstufung "Keine Jugendfreigabe". Ist ein Medium indiziert, unterliegt es folgenden Auflagen:

- absolutes Werbeverbot
Es darf nicht für das Medium geworben werden. Keine Vorschau, keine Plakate, keine Demos, keine Anzeigen in Zeitschriften, ... . Die reine Nennung des Titels kann schon als Werbung ausgelegt werden und ist somit fragwürdig.

- kein Ausstellen im Händlerregal
Im Geschäft darf es nur "unter dem Ladentisch" verkauft werden. Im Regal, das auch Jugendliche sehen könnten, darf das Medium nicht ausgestellt sein. Dies gilt nicht für einem abgetrennten geschützen Erwachsenenbereich (wie in Videotheken).

- keine Sendung im Fernsehen
Sollte es sich bei dem Medium um einen Film handeln, darf er im Fernsehen (weder Free-TV noch Pay-TV) nicht ausgestrahlt werden.

- eingeschränker Versandhandel
Wie FSK 18 dürfen auch indizierte Medien nur bedingt im inländischen Versandhandel vertrieben werden. Es gelten die selben strenge Auflagen. So muss das Medium z.B. als "Einschreiben-Eigenhändig" versendet werden, was das Porto stark steigen lässt.

- kein Import durch Versandhandel
Gemäß § 15 Abs. 1 Nr. 5 JuSchG dürfen indizierte Medien nicht im Wege des Versandhandels eingeführt werden. Das OLG Hamm hat jedoch mit, auch auf diesen Paragraphen anwendbarem, Urteil vom 22.03.2000 (Az. 2 Ss 1291/99) entschieden, dass der ohne Weiterverbreitungsabsicht bestellende Privatkunde nicht vom Verbot erfasst wird. → Urteil anzeigen (Größe 48 KB)


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Wissenswertes:

Automatisch indiziert sind schwer jugendgefährende Medien, wie zum einen
- alle pornographischen Medien, auch solche, die Kinder und Jugendliche in unnatürlicher, geschlechtsbetonter Körperhaltung darstellen
- alle beschlagnahmten Medien
- Medien, die inhaltsgleich mit bereits indizierten sind
- kriegsverherrlichende Medien
- Hinrichtungsvideos und ähnliches außerhalb von Nachrichten

sowie zum anderen, sehr schwammig und ungenau vom Gesetzgeber formuliert, alle Medien,
- die offensichtlich geeignet sind, die Entwicklung von Kindern oder Jugendlichen oder ihre Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit schwer zu gefährden
- die besonders realistische, grausame und reißerische Darstellungen selbstzweckhafter Gewalt beinhalten, die das Geschehen beherrschen (seit der Reform vom 01.07.2008)

Bei all diesen ist eine Aufnahme auf den Index durch die BPjM nicht nötig, sie unterliegen auch ohne Indizierungsverfahren automatisch allen oben genannten Beschränkungen. Bei den letzten beiden weiß keiner so genau, was überhaupt gemeint ist und welche Medien nun nicht frei verkauft werden dürfen.

Nach 25 Jahren hebt sich die Indizierung eines Mediums automatisch auf. Es muss ein neues Verfahren durchgeführt werden, wenn es wieder auf den Index soll.

Ein Medium darf nicht indiziert werden, wenn es der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre dient oder allein wegen seines politischen, sozialen, religiösen oder weltanschaulichen Inhalts.

Medien, die bereits eine Alterseinstufung von der FSK oder USK erhalten haben, können nicht mehr indiziert werden.


Entgegen der Theorie führen in der Praxis nur wenige Ladengeschäfte indizierte Medien. Der Absatz ist zu gering, da keiner beim stöbern im Regal darauf stoßen kann.
Auf Grund der starken Einschränkungen des Versandhandels verzichten große Onlineversender (darunter auch amazon.de) komplett auf das Verkaufen von indizierten Medien.

Für PC-Spiele bedeutet eine Indizierung meist das Aus. Es kann sich schlechter eine Fangemeinde (Community) um das Spiel entwickeln, die ihm kostenlose Erweiterungen (Mods) hinzufügt und langen Spielspaß garantiert. Weiter darf es in keinem PC-Spiele-Magazin mehr besprochen werden. Verbesserungprogramme (Patches) oder die genannten Mods bekommen also nur noch sehr wenige Personen. Ebenfalls hinderlich ist, dass wie schon erwähnt fast kein Geschäft diese Spiele noch führt.



Weitere Infos:
Indizierungsverfahren
Gesetze


Noch Fragen oder Anregungen? → Forum






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